Sex in Zeiten
von Corona

Bock auf Sex und Single? Grad schwierig.

Letzten Samstag saßen meine schwulen Freunde und ich uns virtuell beim weinseligen FaceTime-Kränzchen gegenüber und kamen – natürlich – auf das Thema „Dating“.

Single, Sex und Corona – der Status-Quo ist ja der folgende: In den Dating-Apps wird viel geschrieben und wenn man sich für den Re-Call qualifiziert, darf man sich auf ein gemütliches Schlender-Date im Park mit mehreren Metern Abstand freuen oder auf FaceTime-Dates. Dass wir aktuell das Dating-Verhalten unserer Großeltern imitieren, mag ja charmant, romantisch und für einige Menschen auch die perfekte Vorstellung von heutigem Balzverhalten sein – allerdings hat es aber  auch einen essentiellen Nachteil: Wir sind alle rallig wie Teenager, bei denen gerade die ersten Hormone am Stammhirn anklingeln.

In diesem Zusammenhang kam in unserem virtuellen Weinkränzchen dann auch die Frage auf, wann und wie man jetzt wieder auf die physische Zielgerade steuern dürfte, die über das generelle Social-Distancing-Anschmachten hinausgeht. Müssen wir uns bis auf Weiteres mit Nudes und PornHub-Premium über Wasser halten?

Kein Sex für Singles?

Innerhalb meines Single-Freundeskreises gibt es hier verschiedene Positionen: Die regelkonforme Fraktion hat sich schon den Küchenrollenspender neben das Bett gestellt und beschränkt sich auf die altbewährte Do-It-Yourself-Methode. Der progressive Flügel hingegen sieht kein Problem darin, sich mit bereits bekannten Bumms-Liebeleien zu treffen – allerdings ohne den Austausch jedweder Körperflüssigkeiten. Quasi frei nach dem Motto: Kein Küssen, nur Doggy.

Und dann gibt es da noch die ultra-nimmsleicht Gruppierung, die von sich selbst sagt, dass es ihre Libido keine zwei Wochen mehr in der Habachtstellung aushält, sondern dringendst auf die freie Balz gehört. Man würde sich ja konstant in der sozialen Isolation oder im Homeoffice aufhalten und könnte ja de facto niemanden anstecken. Auch die gestrengen Blicke von Mutter Merkel könnte man ignorieren, wenn man an die lüsternen Augen des Gegenübers denkt.

Also dann doch lieber DaVid statt CoVid? Laut Statistiken hat unsere Generation weniger Sex als unsere Großeltern – und das, obwohl Krieg und die Große Depression wahrscheinlich keine ultra-sexualisierten Zeiten gewesen sind. Frei nach Christian Lindner: Krisen sind nur lüsterne Chancen.

"Anstatt das nächste Sex-Date kennenzulernen, beschäftigt euch mit eurer eigenen Sexualität."

Daher schlage ich Folgendes vor: Wir reißen uns jetzt alle mal für die nächsten Wochen – bildlich gesprochen – am Riemen und heben uns die Teenager-Hormone für die Zeit nach CoVid auf. Anstatt das nächste Sex-Date kennenzulernen, beschäftigt euch mit eurer eigenen Sexualität: Habt Spaß mit euch selbst, masturbiert nach Bedarf und bestellt euch dieses eine, vielleicht etwas überambitionierte Sex-Toy.! Macht die „30-Tage-Buttplug-Challenge“, schaut euch Porno-Kategorien außerhalb eurer Favoritenliste an oder lest erotische Comics!

Egal, was ihr macht: Macht euch bereit für die neue, sexuelle Revolution, die die Straßen, Hinterhöfen und Schlafzimmer durchpflügen wird, wenn diese ganze Nummer hier vorbei ist! Denn wenn das Sperma in den Straßen fließt, werden wir wissen: Wir sind in Sicherheit.

 

Photo by Dainis Graveris from Pexels

Text: Brahm

Brahm bezeichnet sich selbst in erster Linie als sehr homosexuell und hat meistens richtig gute Laune. Für Jubel Trubel Zweisamkeit schreibt er manchmal kleine Anekdoten aus seinem Leben auf, weil er nicht umhinkommt, sich Dinge zu fragen und fühlt sich dabei wie das Carrie-Bradshaw-Meme.

Veröffentlicht am 9. April 2020
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