9 Gründe, warum
ich Köln vermisse

Es ist eine dieser Geschichten: Eigentlich fühlt man sich in der Stadt so wohl, aber dann kommen der Pendler-Job und die Liebe einem dazwischen. Und schon findet man sich inmitten von Mönchengladbach wieder und beantwortet die Frage, wie man das nur gegen Köln tauschen konnte meist mit einem Schulterzucken. Klar, gibt es viele gute Gründe dafür. Dennoch schleicht sich in dem ein oder anderen schwachen Moment das Rhein-Weh ein. Köln, genau das vermisse ich so sehr:

1. Deine Möglichkeiten
Tapas im Meister Gerhard, Falafel bei Habibi oder doch ein Bierchen in der Wohngemeinschaft? Ehrenfeld, Südstadt, Belgisches? In der gefühlten Unendlichkeit von Möglichkeiten seinen Feierabend zu gestalten konnte man so schön ausprobieren und sich 5 Mal pro Abend umentscheiden. Okay, zugegeben – sehr viele Abende verbrachte man tatsächlich doch auf der heimischen Couch. Aber alleine das Wissen man könnte kulinarisch, kulturell oder sonst wie alles Mögliche erkunden, war der halbe Spaß. Heute Abend würde ich mich ganz klar für Südafrikanisch im Shaka Zulu entscheiden. Oder Kumpir auf der Venloer?

2. Deinen Frühling
Das erste Mal wieder draußen auf der Aachener Straße sitzen bei Kaffee oder dem Lieblingsrührei mit Käse, einen ausgiebigen Plausch am Brüsseler Platz halten, ‘ne Runde zum Grüngürtel und dann gemütlich den ganzen Weg mit Musik auf den Ohren nach Hause schlendern. Wie mir die immer gleichen Straßen und Orte jeden Frühling aufs Neue so ein Freiheitsgefühl bescheren konnten, ist mir unerklärlich – aber ich freu mich schon auf das nächste Mal!

3. Deinen Samstags-Kastenplatz bei Merzenich
Was soll denn bitte ein Kastenplatz sein? Für alle, die es nicht wissen: Das ist der perfekte Mix aus fluffig und knusprig, die richtige Portion Süß aber irgendwie doch passend zu herzhaft, das Gebäck-gewordene Wolkenschloss am Samstagmorgen – auch bekannt als Brioche, Stuten oder Weißbrot. Gibt´s immer samstags beim Merzenich um die Ecke. Wenn ihr schon mal da seid, nehmt euch auch noch ein paar Scheiben Walnussbrot mit!

4. Barhopping im Belgischen Viertel
Hier vergingen das ein oder andere Mal Stunden wie Minuten: Zuerst 1,2 Cocktails im Monkeys auf der Venloer, zum Abgang noch einen kleinen Mexikaner. Danach geht’s weiter mit dem obligatorischen Kiosk Bier am Brüssler Platz. Klar, wer hat hier noch nicht eine laue Sommernacht verbracht? Dann lädt das Grünfeld zu einem Kölsch oder Radler, vielleicht einer Runde Billard wenn die Laune stimmt. Und zum Schluss nochmal rein in die Tausendbar während draußen der neue Tag beginnt.

5. Polka, Polka, Polka
Die fünfte Jahreszeit – entweder man hasst oder liebt sie. Ich gehöre definitiv zur letzteren Gruppe von Personen. Und dabei ist mir völlig klar, dass die meisten Nicht-Kölner den ganzen Zirkus nur für eine Anhäufung Betrunkener halten, die einfach mal einen Grund suchen, sich 5 Tage am Stück aus dem Leben zu schießen. Seit ich das erste Mal als Nicht-Kölner zu Karneval und kölschen Tön geschunkelt habe, ist mir umso mehr klar geworden, dass das ganz einfach nicht stimmt. Es geht nämlich auch ums Jeföhl und das Miteinander und darum, die gemeinsame Liebe zur Stadt zu zelebrieren – zumindest wenn man es richtig macht. Das war dann auch das erste Mal, dass ich in der Kneipe vor lauter Köln-Gefühl mal ein paar Tränchen vergoss. Ach ja …

6. Leute gucken
Wenn die ersten Sonnenstrahlen im Frühling hinter den Wolken hervor kommen, lässt auch das Hipster-Völkchen, ein Haufen Juppies und die Raver mit den Bändern an den Hosen sich nicht lange bitten. Schauplatz: Aachener Weiher. Wo könnte man jemals besser Leute gucken? Allein die Schräglage der Wiese schreit ja wohl schon danach. Also folgt ihrem Ruf! Von denen, die sich wahrscheinlich eine Stunde lang fragten, ob Sneaker oder doch Boots das Outfit gerade mehr on fleek bringen, bis hin zu denen, die einfach nur bei Grillfleisch und Radler den Sonntagnachmittag genießen wollen, ist alles vertreten. Und so trifft man sich und quatscht und schaut und schon ist das Wochenende vorbei.

7. Schoko-Eis im Schmitz
Es gibt auf der ganzen Welt bislang nur zwei Schokoladen-Eissorten, die ich mag: Eine davon bekommt man auf Bali. Die andere in der Bar Schmitz auf der Aachener Straße. Für das Chocolat au lait Eis mit Popcorn-Topping lohnt es sich an den ersten sonnigen Wochenenden sogar 15 Minuten in der Eisschlange anzustehen. Übrigens auch für das Joghurteis oder das überraschend cremige Beerensorbet.

8. Fußball WM, EM oder wenn der FC aufsteigt
Ich habe absolut keine Ahnung von Fußball und bekomme nach Lukas Podolski auch nur eine Handvoll deutscher Spieler zusammen. Aber die Fußball-Sommer in Köln möchte ich nicht missen. Am lauen Sommerabend vor der Kneipe oder im Stadtgarten mit einem Haufen fremder Menschen das Spiel zu schauen, sorgt für diese bestimmte Art von Wir-Gefühl. Und anschließend lässt man sich von der Stimmung weitertreiben – ob nach Hause oder in eine endlose Nacht.

9. Die KVB
„Kölns dickste Schlitten“ – so heißt es auf einigen Werbeplakaten der Kölner Verkehrsbetriebe. Als ich das zum ersten Mal las, dachte ich mir: Irgendwie sind die doch ganz cool. Und das sind sie auch. Sie befördern so viele Menschen von A nach B, Nord nach Süd, von rechts nach links-rheinisch. Und dabei verlieren sie nie ihre Portion Humor und ihren kölschen Frohnatur-Charme. Auch wenn das KVB Racing Team das ein oder andere Mal auf sich warten lässt, im Sommer die Klimaanlage streikt oder man einfach mal stecken bleibt: Durchsagen wie „Hallo liebe Leut, hier sprischt die KVB. Wir können nischt weiterfahren, weil vor uns noch eine Bahn steht. Bitte jenießen Sie das Leben in vollen Zügen“ machen die Verspätung doch gleich viel weniger schwerwiegend.

Foto via Pixabay von Ildigo

Text: Cynthia

Cynthia hat so gar nix Böses in sich. Echt jetzt. Immer positiv. Immer tolerant, aber ganz ohne nervig zu sein. Ziemliche Seltenheit! Vor Kurzem hat sie ihr heißgeliebtes Köln gegen Mönchengladbach tauschen müssen. Okay, nicht ganz ohne Gewinn. Jetzt hat sie nämlich ihren Freund Flo, Puggle-Französische Bulldogge-Mischling Ben und eine Erwachsenen-Wohnung mit Garten. Besuche in unserer Herzstadt sind trotzdem immer noch drin. Hat sie versprochen.

Veröffentlicht am 11. Mai 2018
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