Happy Valentine's
Day to me!

Selbstliebe – die wichtigste von allen
Oder: Wie man eine Beziehung mit sich selbst führt

14. Februar. Valentinstag. Der Tag der Liebesbeziehungen. Große Gefühle werden zelebriert. Meistens ist das die Liebe zu einem anderen Menschen. Für uns soll dieses Zelebrieren aber in diesem Jahr einer ganz besonderen Beziehung gelten, die wir sonst so oft vernachlässigen. Und zwar der Beziehung mit uns selbst. Wir wollen den Tag der Liebe dieser einen Sache widmen, die so einfach klingt, aber manchmal so schwer sein kann: der Selbstliebe. Das berühmte Mit-sich-im-Einklang-sein. Damit meinen wir nicht, dass wir alles an uns richtig knorke finden sollen. Es geht vielmehr darum, ein Gefühl für sich selbst zu entwickeln. Ja, ganz genau, ein Selbstbewusstsein im allerwahrsten Sinne. Hinschauen, hineinfühlen und reflektieren – alles mit sich selbst. Auch mal in die dunkleren Ecken hineinleuchten, die wir täglich dank stetiger Ablenkung gut unentdeckt lassen können. Es geht darum, sich selbst mit all seinen guten und schlechten Eigenschaften, mit allen Gefühlen und Gedanken, mit allen Ecken und Kanten aushalten zu können. Und liebhaben zu können. So ganz ohne Hilfe von außen. Liebe von anderen kann dann sehr gerne dazu kommen, aber sie kann nicht die Basis ersetzen, die wir uns selbst bilden müssen. Denn wer sein Selbstbewusstsein von der Zuneigung des anderen abhängig macht, wer sich selbst nur okay findet, weil ein anderer das tut, der steht auf einem sehr wackeligen Gerüst. Wir dürfen nicht vergessen: Die Beziehung mit uns führen wir ein Leben lang. Während viele andere Beziehungen kommen und gehen. Sollten wir dann nicht für uns selbst sorgen, als wären wir die größte Liebe unseres Lebens? Wir möchten dazu ermutigen, sich selbst ein gesundes Fundament zu bauen. Eine Basis, die voller Liebe und Milde ist und auf die dann mit tollsten Menschen weitere Beziehungen gebaut werden können. Es ist nämlich so: Kein anderer Mensch kann uns Achtung vor uns und Selbstliebe geben. Das ist ganz allein unser Job, diese Liebe tief in uns verankert zu wissen. Denn – Obacht, schon oft gehört als Plattitüde, aber wahr – wie soll dich denn jemand anderes lieben, wenn du es selbst nicht tust?

Selbstliebe? Wie geht das?

Aber wie mache ich das denn jetzt, mich selbst lieben? Tja, so ganz genau, wissen wir das auch nicht immer. Auch wir sind gerade dabei das zu lernen. Aber zumindest wissen wir schon mal, womit es nichts zu tun hat. Nämlich mit Instagram Likes oder Status-Symbolen, mit einer Anhäufung von Dingen oder mit perfekt inszenierten Reisen und Körpern. Mit einem Leben für andere. Mit nie enden wollenden Vergleichen. Das ist es sowas von nicht. So weit, so gut. Dennoch schützt uns diese Erkenntnis nicht davor, immer mal wieder in tagtäglichen Bilderfluten und uns verschlingendem Höher-schneller-weiter-Gehabe zu ersaufen. Denn es ist so einfach, sich darin zu verlieren und dafür blind zu werden, was real und wichtig ist. Solche Tage sind Kacktage mit schlimmen Gefühlen. Aber genau da kann man ansetzen mit der Beziehung zu sich selbst. Wir versuchen, uns nicht mehr fertigzumachen. Wir versuchen damit aufzuhören, selbstgeißelnde Gedanken zuzulassen, die uns sagen, dass wir es doch eigentlich besser wissen. Und die uns immer wieder fragen, warum es uns nicht gelingt, dem Leistungsdruck und der Selbstdarstellung den Mittelfinger zu zeigen und uns lockerzumachen. Das sind Scheißmomente. Aber genau in solchen Gedankenfallen kann man mit der Selbstliebe starten. Wie wäre es, wenn man sich stattdessen sagt: “Jo, war jetzt nicht die beste Idee, mich seit einer Stunde durch Instagram zu scrollen, aber so what, mir ist noch einmal mehr bewusst geworden, dass es mir nicht guttut. Also vielleicht schaffe ich es, das nächste Mal meine Zeit sinnvoller zu nutzen.” Schritt für Schritt lernt es sich besser. Erwarte nicht alles auf einmal von dir, verzeih dir Fehler und falsche Abbiegungen. Wichtig ist doch, dass du es bemerkst und dazulernst. Es ist okay, sich mal zu irren. Es ist okay, nicht perfekt zu sein. Es ist okay, auch mal gar nix zu können. Aber in den guten Momenten voller Tatendrang, da solltest du mehr Bewusstsein dafür entwickeln, was dich körperlich wie geistig nährt und was dich wachsen lässt.

 

Sich selbst lieben, das ist gar nicht einfach.
Sich selbst eine Liebeserklärung machen? Noch viel schwieriger.

Wir wissen, das ist schwer. Aber immer, wenn da diese gemeine Stimme ist, die uns sagt, dass wir nichts können und auch sonst nicht besonders viel wert sind, versuchen wir es mit Dankbarkeit. Denk doch mal darüber nach, was du hast. Und was dich ausmacht. Wir sind für mehr Nachsicht mit uns selbst. Für mehr Selbstakzeptanz. Und dafür an den Dingen zu arbeiten, die wir ändern können. Aber nicht mit Wut oder falschem Ehrgeiz.
Und dann gibt es da mit Sicherheit Dinge, die kannst du nicht ändern. Die musst du auch nicht lieben. Nur lernen, dass sie zu dir gehören. Deine Macken. Makel. Fehlbarkeiten. Dein krummer Zeh, die schiefe Nase, deine Schusseligkeit, dein Chaotentum. Deine Rechtschreibschwäche oder deine Speckrolle am Bauch. Was soll’s. Gibt Schlimmeres. Und außerdem so viel Fabelhaftes an dir. Auch viele Kleinigkeiten können da zu einem wunderhübschen Großen werden. Vielleicht ist es die Lebhaftigkeit, mit der du Dinge erzählen kannst oder die Fältchen unter deinen Augen, die irgendwie aussehen wie ne kleine Sonne. Deine Empathie, dein Talent, alles in kleinen Schachteln zu ordnen, dein ultragutes Gedächtnis. Dein Mund, deine Hände. Deine Loyalität. Egal, welche Fähigkeit oder welcher Teil von dir. Nimm alles zusammen, denn das ist ein bunter Haufen Schönes.

 

Sag mal ja zu dir selbst

Oh Mann, dieses Sich-selbst-wertschätzen. Das ist eine der schwierigsten Aufgaben. Aber auch die wichtigste. Und deshalb wollen wir aus vollem Herzen Ja zu uns selbst sagen. Zu unserem Körper. Zu unserem Geist. Zu unserer Seele. All das gehört zu uns. All diese Dinge machen uns zu dem Menschen, der wir sind. Dieser Mensch, der wir selbst sind, war bei all unseren Herzklopf-Augenblicken, Glückstänzen und Ganzkörper-Ja-Momenten dabei. Und auch bei den schlimmsten Stürzen und bodenwegreißenden Krisen. Er hat uns durch Höhen und Tiefen begleitet und hat es deshalb so sehr verdient, geliebt zu werden. Er zeigt uns immer wieder aufs Neue, dass wir uns selbst bedingungslos vertrauen können. Auch wenn es mit uns selbst manchmal noch etwas ruckeln kann oder holprig ist, haben wir bereits erkannt, dass wir da eine Wahnsinnskraft in uns stecken haben, die uns immer wieder selbst retten kann. Wir müssen nur genau hinschauen und uns richtig um uns kümmern. Dann ist die Beziehung mit uns selbst ziemlich berauschend und glückselig. Sie bringt uns so sehr zum Strahlen und Leuchten von innen heraus, wie es kein Make-Up und kein Fitnesskurs der Welt schaffen können. Deshalb sollten wir uns dieses Jahr am Valentinstag selbst unsere Liebe zeigen. Mit Dingen, die wir an uns selbst fucking fabelhaft finden. Denn: Mehr Liebe? Geil! Lohnt sich. Immer. Happy Valentine’s Day to me.

 

Foto: Wyron A via Unsplash

Kerstin und Jenny Co-Founder Jubel Trubel Zweisamkeit

Text: Kerstin & Jenny

Beste Freundinnen und Jubel Trubel Zweisamkeit-Gründerinnen, beide Schreiberlinge, beide PR- und Social Media Menschen und beide ziemlich verknallt in alles, was mit Hunden, Balkonabenden, Küchentisch-psychologie und geilen Farbwelten zu tun hat. Das Schöne: In ihren Gegensätzen ergänzen sie sich dabei ziemlich fabelhaft.
Noch mehr erfahrt ihr hier.

Veröffentlicht am 14. Februar 2019
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